Teure Schnäppchen: Viele China-Shops wenig zuverlässig

Stand: 07. Juli 2026

China Shops werben intensiv auf Instagram, Facebook und Co. mit Hochglanzfotos und Schnäppchenpreisen. Und die Realität? Frustrierend: Die Größen passen nicht, die Qualität ist billig, die Rücksendekosten hoch. Diesen Ärger können Sie vermeiden.

  • Bevor Sie kaufen: Verlassen Sie sich nicht nur auf die Werbung. Schauen Sie, mit wem Sie es zu tun haben. 
  • China-Online-Shops sind in der Regel professionell gestaltet: Sie haben einen deutschsprachigen Namen – häufig sind Städte enthalten. Außerdem enden die Webadressen (URL) auf .de.
  • Seit dem 1. Juli 2026 gilt auch für Sendungen mit einem Warenwert bis 150 Euro eine pauschale Zollabgabe.
  • Nutzen Sie den Fakeshop-Finder

China-Shops werben intensiv auf Instagram, Facebook und Co. mit Hochglanzfotos und Schnäppchenpreisen. Und die Realität? Frustrierend: Die Größen passen nicht, die Qualität ist billig, die Rücksendekosten hoch. Diesen Ärger können Sie vermeiden.

Mit überwältigenden Schnäppchenpreisen überfluten Online-Händler aus Asien den deutschen Markt. Sie bewerben Produkte aller Art intensiv auf Social-Media-Plattformen. Doch viele Verbraucherinnen und Verbraucher fühlen sich getäuscht. Ihnen wird häufig erst im Nachhinein klar, dass sie Produkte im Ausland gekauft haben. 

EU beschließt verpflichtenden Zoll für Billig-Pakete

Bisher waren Kleinsendungen bis 150 Euro vom Zoll befreit. Doch die Zahl der Sendungen aus dem Nicht-EU-Ausland - und dabei hauptsächlich aus China – ist in den letzten Jahren sehr stark gestiegen, was einen Wettbewerbsnachteil darstellt. Daher hat die EU beschlossen, dass seit dem 1. Juli 2026 übergangsweise auf Pakete unter 150 Euro ein Pauschalzoll von drei Euro je Produktgruppe erhoben wird. Bestellen Sie also Kleidung aus unterschiedlichen Produktgruppen, müssen Sie die Abgabe mehrfach zahlen. 

Ab Mitte 2028 soll es eine neue zentrale Datenplattform geben, beaufsichtigt von der EU Zollbehörde. Dann können die Pauschalen durch reguläre Zollsätze ersetzt werden, unabhängig vom Warenwert. Damit dürften die Preise für Schnäppchen aus Fernost anziehen. 

Einfuhrumsatz- und Verbrauchssteuern können bereits anfallen – und das schon ab 5,26 Euro Warenwert. 

Wie wird die neue Zollpauschale bezahlt?

Für Verbraucherinnen und Verbraucher ergeben sich bei der Bezahlung der Einfuhrabgaben grundsätzlich keine Änderungen. In den meisten Fällen übernimmt der Paketdienst (zum Beispiel Post oder Kurierdienst) die Zollabwicklung. Er bezahlt die anfallenden Einfuhrabgaben zunächst und fordert den Betrag anschließend von den Empfängerinnen und Empfängern zurück. Das kann direkt bei der Zustellung, per Rechnung oder bereits vor der Zustellung online erfolgen.

Einige Online-Händler übernehmen die Einfuhrabgaben bereits beim Kauf. Voraussetzung ist, dass sie am sogenannten Import One Stop Shop (IOSS) teilnehmen und die Abgaben entsprechend abführen. Prüfen Sie daher vor einer Bestellung, ob Einfuhrabgaben bereits im Kaufpreis enthalten sind oder später durch den Paketdienst berechnet werden. Hinweise dazu finden sich häufig im Bestellvorgang oder in den Geschäftsbedingungen des Händlers.

Wichtig: Prüfen Sie vor einer Bestellung außerdem, aus welchem Land die Ware tatsächlich versendet wird. Auch wenn ein Shop deutschsprachig ist oder eine deutsche Internetadresse verwendet, erfolgt der Versand häufig direkt aus einem Drittstaat. Dadurch können zusätzliche Einfuhrabgaben und weitere Kosten entstehen.

Bekomme ich Post vom Zoll?

In der Regel erhalten Verbraucherinnen und Verbraucher keine Post vom Zoll. Nur wenn es Probleme bei der Zollabwicklung gibt – etwa weil Unterlagen fehlen oder der Warenwert unklar ist – kann sich der Zoll melden. Das ist keine neue Regelung, sondern gilt bereits seit Längerem.

Können weitere Kosten entstehen?

Ja. Neben der neuen Zollpauschale kann zusätzlich die Einfuhrumsatzsteuer anfallen. Außerdem können Paketdienstleister für die Zollabwicklung Service- oder Auslagenpauschalen berechnen. Diese Kosten entstehen jedoch nur, wenn sie nicht bereits im Kaufpreis enthalten sind.

China-Shop: Unpassende Größen, schlechte Qualität, schlechte Materialien

So berichten uns Verbraucherinnen und Verbraucher regelmäßig davon, dass die Produkte in der Realität mit der Bewerbung im Online-Shop nicht übereinstimmen. Sie bemängeln etwa die Qualität und bei Textilien auch die Verarbeitung sowie die Materialien. Häufig stimmen die Größen nicht mit den europäischen überein. Und teilweise liefern die chinesischen Händler sogar ganz falsche Sachen – etwa eine Sonnenbrille statt einer Handtasche.

Wollen die Verbraucherinnen und Verbraucher den Kauf widerrufen, folgt die nächste böse Überraschung. Einen Blick ins Kleingedruckte werfen Sie häufig erst jetzt.

Informieren Sie sich regelmäßig über Produktrückrufe. Informationen dazu finden Sie bei der Europäischen Kommission oder auf den Webseiten der Händler.

Bei China-Shops häufig Probleme mit Widerruf und hohen Rücksendekosten 

Viele Händlerinnen und Händler aus Asien geben in den allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) oder Rückgaberichtlinien keine Rücksendeadresse an. Diese müssen Sie per E-Mail oder Kontaktformular erfragen. Statt einen Retourenschein zu senden, bieten die Händler dann häufig einen Preisnachlass an. 

Ansonsten steht im Kleingedruckten immer wieder, dass Sie die Ware auf eigene Kosten nach China zurücksenden müssen – und das ist teuer. Bei einem Paketdienst liegen die Versandkosten etwa für ein versichertes Paket mit bis zu 5 Kilogramm bei rund 44 Euro. Doch das stellen viele Verbraucherinnen und Verbrauchern eben erst im Nachhinein fest und sind entsprechend verärgert.

Verbraucherinnen und Verbraucher, die sich auf den Käuferschutz berufen, können diesen nicht immer geltend machen. Zahlungsdienstleister lehnen diesen durchaus ab. Manchmal müssen Betroffene nachweisen, dass ein Fehlkauf vorliegt und sie auch Kontakt mit dem Shop aufgenommen haben. Teilweise kommt er erst zum Tragen, wenn die Ware wieder beim Shop angekommen ist. Nur das ist für Betroffene oft unmöglich, da Rücksendeadressen eben nicht benannt sind oder der Rückversand zu teuer ist.

Was bei der Bezahlung zu beachten ist

Achten Sie bei der Bezahlung auf eine sichere Bezahlmethode. Vorteilhaft ist es, eine Bezahlmethode mit Käuferschutz zu wählen oder solche, die eine Rückbuchung erlauben.

Besser nachhaltig shoppen

Grundsätzlich raten wir beim Einkauf zu Ware mit möglichst hohen Umwelt- und Sozialstandards. Doch solche Produkte sind in vielen dieser Online-Shops nicht zu finden oder Mangelware. Selbst wenn die formalen Bestellbedingungen eingehalten werden sollten, belasten supergünstige, rund um den Globus geschickte, wenig genutzte Angebote unnötig die Umwelt und verschwenden wertvolle Ressourcen. „Weniger ist mehr“ lautet die Devise.

Tipps, um Ärger mit China-Shops künftig zu vermeiden

Lassen Sie sich von der Werbung nicht blenden. Schauen Sie vorab, mit wem Sie es zu tun haben. Sie haben in einem vermeintlich seriösen Online-Shop bestellt und erst danach gemerkt, dass die Ware aus China kommt? Unser Notfall-Check hilft Ihnen, Ihre Möglichkeiten zu prüfen. 
Und schauen Sie gern in unsere Rubrik Vorsicht Falle. Dort berichten wir auch regelmäßig über Shops aus Fernost.

Nach Impressum schauen

Prüfen Sie, ob sich auf der Website ein Impressum befindet. Angaben zum Händler, der Adresse und weitere Informationen finden Sie fast immer im unteren Bereich der Webseite.  

China-Shops haben nicht immer ein Impressum. Stattdessen gibt es eine Seite ‚Kontaktiere uns‘. Das dort hinterlegte Formular ist häufig die einzige Möglichkeit, mit den Unternehmen zu kommunizieren.

Ist doch ein Impressum oder eine Adresse angegeben, sollten Sie diese unbedingt prüfen.
Ist eine deutsche Adresse angegeben suchen Sie im Handelsregister. Für europäische Anbietende hilft das Europäische Justizportal.

Kontaktdaten vorhanden? Angaben mit Onlinekartendienst prüfen

Manche Händler geben einen Firmensitz in der EU an, lassen die Ware dennoch direkt aus China verschicken. In letzter Zeit sind häufiger niederländische Adressen in den Shops zu finden, manchmal auch Adressen in Deutschland. Häufig passt die Telefon-Vorwahl nicht zur Stadt, in der das Unternehmen angeblich ansässig ist.

Geben Sie die Adresse in einen Onlinekartendienst ein. So können Sie herausfinden, ob sich der Standort beziehungsweise das angebliche Büro tatsächlich an dem angegebenen Standort befindet. 

Nicht von URL-Endung und deutschsprachigem Namen täuschen lassen

Die China-Online-Shops sind in der Regel professionell gestaltet: Sie haben einen deutschsprachigen Namen – häufig sind Städte enthalten. Außerdem enden die Webadressen (URL) auf .de. Das ist die länderspezifische Top-Level-Domain für Deutschland. Lassen Sie sich davon nicht täuschen. Die Betreiber der Shops können dennoch in Asien sitzen. 

Nach Lieferzeiten schauen

Viele Artikel sind zwar sofort versandfertig, dennoch dauert es lange bis die Ware ankommt. Die Versandzeiten liegen teilweise bei bis zu 30 Tagen, Feiertage nicht mit eingerechnet. Schon manch eine Verbraucherin, ein Verbraucher glaubte, die Ware niemals zu bekommen und auf einen Fake-Shop hereingefallen zu sein. 

Vielen Kundinnen und Kunden ist beim Kauf nicht klar, dass der Versand nicht aus Europa, sondern eben aus Asien erfolgt. Schauen Sie in die AGB oder unter „Versand und Lieferung“. 

Rubrik Über uns / Geschichte hinterfragen

Die Beschreibungen in dieser Kategorie sind sehr blumig und überzogen. Sie sind gekennzeichnet von Begriffen wie: Leidenschaft, Hingabe, außergewöhnlichem Shoppingerlebnis, Mission, Individualität … um nur einige zu nennen. 

Hinweise zu Zollgebühren und Steuern suchen

Was viele Menschen nicht wissen: Neben den Versandkosten entstehen je nach Warenwert unter Umständen Zollgebühren, Zollkosten, Zollsteuern und / oder Einfuhrumsatzsteuer. Die China-Shops geben die Produktpreise meist ohne Zollkosten und anfallende Steuern an. Sie weisen die Kunden nur versteckt auf diese Kosten hin. Auch hierzu ist ein Blick in die AGB dringend ratsam.

Da Sie als Käufer der Importeur der Ware sind, müssen Sie die Kosten übernehmen. Versenden Sie die Ware zurück, bekommen Sie diese nicht erstattet. Bestellen Sie beispielsweise Bekleidung im Gesamtwert von 150 Euro aus dem Nicht-europäischen Land, zahlen Sie zusätzliche 42 Euro für die Einfuhr in die EU.

Blick auf AGB, Lieferung, Rückgabe und Co. werfen

Schauen Sie auch in die Datenschutzerklärung und die AGB. Darin finden Sie die Bedingungen zu Ihrer Bestellung. Manche Regelungen sind befremdlich oder auch unvollständig. Mitunter sind in den AGB andere Shops benannt. Offenbar übernehmen die Unternehmer einfach die Bedingungen anderer Shops.

Teilweise wird das Widerrufsrecht ausgeschlossen oder behauptet, eine Stornierung des Kaufs sei nur bis zur Übergabe in die Versandabteilung möglich. Auch eine Rückgabe oder Reklamation wegen Mängel sei nicht erwünscht, es würden gleich Rabatte gewährt werden. 

Fehlende oder falsche Gütesiegel wie CE-Zeichen

Achten Sie bei elektronischen Artikeln auf eine ordnungsgemäße CE-Kennzeichnung, bevor Sie diese in Betrieb nehmen. Mit dieser Kennzeichnung versichert der Hersteller, dass Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen der EU eingehalten werden. Bei Ware aus Fernost kann eine solche Kennzeichnung durchaus unrechtmäßig stattfinden. Außerdem finden sich häufig falsche CE-Kennzeichnungen, wie dieses Bild zeigt:

Echtes und falsches CE-Zeichen

Beratung & Angebote

Urheberrecht

Sie schildern Ihren Fall und erhalten eine umfassende individuelle rechtliche Hilfe

in unseren Beratungsstellen
Dauer: bis zu 20 Minuten
Kosten: 65 Euro
Beratungsart: Persönlich vor Ort, Telefonische Beratung, Videoberatung

Internetbetrug

Wir beraten Sie zu Kostenfallen im Internet und am Smartphone, Fakeshops und vielem mehr

in unseren Beratungsstellen
Dauer: bis zu 20 Minuten
Kosten: kostenfrei
Beratungsart: Persönlich vor Ort, Telefonische Beratung, Videoberatung