Fertiggerichte mit Hülsenfrüchten im Check

Pressemitteilung vom 21. Oktober 2026

Viele Produkte punkten bei Protein- und Ballaststoffgehalt

Für die schnelle Küche können Fertiggerichte mit Hülsenfrüchten eine gute Wahl sein, denn sie enthalten reichlich Protein und Ballaststoffe. Das hat der Marktcheck der Verbraucherzentralen gezeigt, bei dem die Zusammensetzung von bis zu 300 Eintöpfen, Suppen und Fertigmahlzeiten untersucht wurde. Nur der Salzgehalt hat bei den meisten Produkten nicht überzeugt, denn der war verhältnismäßig hoch.   

Die Verbraucherzentralen untersuchten im Frühjahr 2026 bundesweit in einer Stichprobe die Zusammensetzung von Eintöpfen, Suppen und Fertigmahlzeiten mit Hülsenfrüchten. Insgesamt 288 Lebensmittel wurden unter die Lupe genommen. Am häufigsten waren Bohnen, Erbsen und Linsen enthalten, gefolgt von Kichererbsen und Sojabohnen. Die Anteile schwankten je nach Produkt stark. In der Kategorie Fertigmahlzeiten beispielsweise zwischen 0,8 und 64 Prozent.

Überzeugende Eiweiß-Energie-Bilanz

„Der Proteingehalt stand fast immer in einem guten Verhältnis zum Energiegehalt“, sagt Constanze Rubach, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. So erfüllten 263 Gerichte (91 Prozent) die Vorgaben der Health-Claims-Verordnung für die Auslobung „Proteinquelle“. Für diese Bezeichnung müssen 12 Prozent des Energiegehaltes aus Proteinen stammen. Mehr als die Hälfte aller Fertiggerichte galt sogar als „proteinreich“. „Hier fielen vor allem die untersuchten Eintöpfe auf: In dieser Produktgruppe waren drei von vier ‚proteinreich‘“, betont Rubach. Als „proteinreich“ dürfen Lebensmittel dann bezeichnet werden, wenn 20 Prozent des Energiegehaltes aus Proteinen stammen. 

Neben den Hülsenfrüchten sorgten auch weitere Zutaten wie Fleisch für den Proteingehalt. Dieser war bei den Fertigmahlzeiten und Suppen mit Fleisch im Durchschnitt deutlich höher als bei den veganen und vegetarischen Varianten. Bei Eintöpfen konnten die veganen Varianten mit annähernd denselben Proteingehalten wie die fleischhaltigen Produkte punkten.

„Auch die Ballaststoffgehalte konnten sich sehen lassen“, hält die Expertin fest. „125 Produkte erfüllten die Vorgaben für ‚Ballaststoffquelle‘ oder ‚ballaststoffreich‘.“

Das Proteinargument bleibt in der Werbung oft ungenutzt 

Überraschenderweise machte die Lebensmittelindustrie kaum Gebrauch von der möglichen Werbung. Denn viele Lebensmittel mit Hülsenfrüchten sind von Natur aus gute Proteinquellen, ohne dass dies auf der Verpackung besonders hervorgehoben wird. Nur 44 Produkte (knapp jeder sechste Hersteller) verwendeten die erlaubten Nährwert-Claims. „Bei speziellen Proteinprodukten machen Hersteller hingegen den Eiweißgehalt zum zentralen Verkaufsargument, obwohl dieser häufig erst durch zugesetzte, hoch verarbeitete Zutaten entsteht. Protein ist offenbar nicht nur Nährstoff, sondern vor allem Marketing“, sagt Rubach.

Nutri-Score im grün-gelben Bereich: Salzgehalt beachten

Die Verbraucherzentralen konnten bei 221 Produkten den Nutri-Score feststellen, entweder war er auf dem Etikett zu finden oder die Verbraucherzentralen konnten ihn anhand der Kennzeichnung berechnen: „Fast die Hälfte der Produkte mit Nutri-Score (107) erhielt den Nutri-Score ‚A‘ oder ‚B‘ und ist damit im Vergleich zu ähnlichen Produkten eine recht ausgewogene Wahl. Die anderen 113 Fertiggerichte wurden mit ‚C‘ bewertet. Das spricht für ein Nährwertprofil im Mittelfeld“, erklärt Rubach. Nur ein Lebensmittel wurde mit dem unbefriedigenden Wert „D“ berechnet. Hier spielte der hohe Anteil an gesättigten Fettsäuren durch Kokosfett eine große Rolle. 

Ein Wermutstropfen waren die hohen Salzgehalte der untersuchten Produkte mit durchschnittlich 0,9 Gramm pro 100 Gramm. Diese verhinderten einen besseren Nutri-Score. 

Kaum freiwillige Angaben zur Herkunft 

Zur Herkunft der Hülsenfrüchte gaben die Hersteller nur selten freiwillig Auskunft – verpflichtet dazu sind sie nicht. Lediglich drei Unternehmen informierten über das Herkunftsland, entweder direkt auf dem Etikett oder über einen QR-Code. 

Für mehr Klarheit haben die Verbraucherzentralen bei 62 Herstellern nachgehakt, woher die verwendeten Hülsenfrüchte stammen. Das Ergebnis aus sechs Rückmeldungen: Nur vereinzelt stammen die Hülsenfrüchte aus Deutschland. Mehr als die Hälfte der Hülsenfrüchte kommt aus EU-Ländern. Zwar werden Hülsenfrüchte hierzulande angebaut, landen aber überwiegend im Tierfutter. 

Fazit: Wer es schnell mag, findet in Fertiggerichten mit Hülsenfrüchten oft eine gute Protein- und Ballaststoffquelle. Allerdings fällt bei vielen Produkten der Salzgehalt relativ hoch aus. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die Nährwertangaben oder den Nutri-Score, um die günstigere Wahl zu treffen.

Weitere Informationen zu den Ergebnissen des Marktchecks gibt es hier: 
verbraucherzentrale-niedersachsen.de/fertiggerichte-mit-huelsenfruechten 

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