Importierter Honig oft gepanscht

Stand: 08. Juli 2026

Bienen sind entscheidend für ein intaktes Ökosystem und hierzulande das drittwichtigste Nutztier. Durch das Bestäuben der Blüten sichern sie die Ernte vieler Lebensmittel. Und ohne Honigbienen gäbe es keinen Honig. Doch importierter Honig ist oft gepanscht. Wir klären auf.

  • Honig ist ein naturbelassenes Produkt, dem keine weiteren Stoffe zugefügt werden dürfen.
  • Heimischer Imkerhonig deckt etwa 30 Prozent des deutschen Bedarfs. Ein Großteil des importierten Honigs gilt als gefälscht.
  • Umgehen Sie gepanschten Honig, indem Sie von lokalen Anbietern mit der Herkunftsangabe „aus Deutschland“ kaufen.

Bienen sind entscheidend für ein intaktes Ökosystem und hierzulande das drittwichtigste Nutztier. Durch das Bestäuben der Blüten sichern sie die Ernte vieler Lebensmittel. Und ohne Honigbienen etwa gäbe es keinen Honig. Doch importierter Honig ist oft gepanscht und die Kennzeichnung wenig konkret. Wir klären auf.

Honig ist ein Naturprodukt, das strengen gesetzlichen Vorgaben unterliegt. Laut Honigverordnung besteht Honig überwiegend aus verschiedenen Zuckerarten - insbesondere Fructose und Glucose - organischen Säuren, Enzymen und festen Partikeln, die von den Bienen beim Nektarsammeln aufgenommen wurden. Der Wassergehalt sollte maximal 20 Prozent betragen. Je nach Honig kann das Verhältnis der Zuckerarten variieren.

Einheimischer Honig deckt nur ein Drittel des Bedarfs

Laut Deutschem Imkerbund sorgen hierzulande etwa 1 Million Bienenvölker und rund 150.000 (Hobby-) Imkerinnen und Imker für die Produktion des „flüssigen Golds“. Damit deckt der heimische Honig rund 30 Prozent des deutschen Bedarfs. Der Rest wird importiert und stammt etwa aus Mexico, Argentinien, der Ukraine oder Rumänien.

Gestreckter Honig bei EU-Importen

Importierter Honig ist häufig verfälscht. Das bestätigt erneut die von der Europäischen Kommission koordinierte Aktion „From the Hives“. Zwischen 2021 und 2022 wurden insgesamt 320 Proben von importiertem Honig an den EU Grenzen entnommen. Knapp die Hälfte (46 Prozent) entsprach nicht den Bestimmungen der Honigrichtlinie.

Nach absoluten Zahlen stammt der größte Teil des gestreckten Honigs aus China, auffällig waren 66 von 89 Proben. Dies entspricht einem Anteil von 74 Prozent.

Noch höher waren die Beanstandungen beim Import aus der Türkei oder Großbritannien. 14 von 15 Honigen aus der Türkei waren auffällig, beim Honig aus Großbritannien alle 10 untersuchten Proben. Dies sei allerdings dadurch zu erklären, dass der Honig in Großbritannien vor seinem Export in die EU noch ein weiteres Mal verarbeitet wurde.

Honig wird Sirup beigemischt

Da Honig zu einem großen Anteil aus Zucker besteht, lässt er sich leicht strecken. Inzwischen kommen hierbei Sirupe aus Reis, Weizen oder Zuckerrüben zum Einsatz. Laut Niedersächsischem Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) sind insbesondere diese Fälschungen schwer nachzuweisen.

Um die botanische Herkunft zu verschleiern, werden dem Honig Zusatz- oder Farbstoffe beigefügt. Ein weiteres Verfahren ist das Entfernen der enthaltenen Pollen, wodurch die geographische Herkunft ebenfalls nicht mehr nachzuweisen ist.

So vermeiden Sie den Kauf von gepanschtem Honig

Kaufen Sie möglichst regionale Produkte mit einer eindeutigen Herkunftsangabe wie „Deutscher Honig“ oder „Ursprungsland: Deutschland“. Auch ein Glas Honig von lokalen Imkerinnen oder Imkern auf dem Wochenmarkt oder im Hofladen gibt Ihnen mehr Sicherheit. Obendrein leisten Sie damit einen Betrag zum Erhalt der heimischen Pflanzenvielfalt.

Je niedriger der Preis, desto höher ist die Gefahr für gefälschten Honig. Auch Bio-Honig ist eine gute Wahl, um bestmöglich auf Pestizidrückstände im Honig zu verzichten. Wichtig ist aber auch hier die Herkunftsangabe aus Deutschland.

Honig-Kennzeichnung

Auf Honigverpackungen muss das Ursprungsland angegeben werden. Handelt es sich um eine Mischung von Honigen aus mehreren Ländern, galten lange Zeit allgemeine Angaben wie „Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern“. Diese Kennzeichnung war zwar rechtlich zulässig, bot Verbraucherinnen und Verbrauchern jedoch nur wenig Informationen über die tatsächliche Herkunft des Honigs. 

Seit Juni 2026 gelten strengere Herkunftsangaben

Mit der überarbeiteten EU-Honigrichtlinie wurden die Anforderungen an die Kennzeichnung von Honigmischungen verschärft. Seit dem 14. Juni 2026 müssen bei Honigmischungen die jeweiligen Ursprungsländer auf der Verpackung angegeben werden. Die Länder sind entsprechend ihrem Gewichtsanteil in absteigender Reihenfolge aufzuführen. Dadurch wird für Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich erkennbar, aus welchen Ländern der Honig stammt. 

Produkte, die bereits vor dem Inkrafttreten der neuen Vorschriften rechtmäßig hergestellt und gekennzeichnet wurden, dürfen im Rahmen bestehender Übergangsregelungen weiterhin verkauft werden. Deshalb können auch nach dem 14. Juni 2026 noch Honiggläser mit der bisherigen Kennzeichnung im Handel zu finden sein.

Darüber hinaus arbeitet die Europäische Union an einer verbesserten Rückverfolgbarkeit von Honig sowie an einheitlichen und zuverlässigen Analysen zum Nachweis von Honigverfälschungen. Dafür wurden unter anderem Maßnahmen zur Harmonisierung von Prüfverfahren und die Einrichtung einer europäischen Honig-Plattform beschlossen.

Tipp: So wird fest gewordener Honig wieder flüssig

Da Honig ein Naturprodukt ist, unterliegt er natürlichen Prozessen. So verändert sich mit der Zeit die Struktur des Honigs - er wird fest. Der natürliche Vorgang der Kristallisation verändert jedoch nicht die Qualität des Honigs. Ein fester Honig wird wieder flüssig, wenn Sie ihn im Wasserbad bei maximal 40 Grad Celsius erwärmen. So behält er seine wertvollen Inhaltsstoffe.

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