Wärmepumpen gegen Sommerhitze

Pressemitteilung vom 04. August 2026

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen informiert

Hohe Sommertemperaturen machen vielen Menschen auch in den eigenen vier Wänden zu schaffen. Was viele nicht wissen: Wärmepumpen können häufig nicht nur heizen, sondern auch kühlen. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale Niedersachsen erklärt, wie das funktioniert und worauf zu achten ist.

Wärmepumpen sind vor allem als Heizsystem bekannt. Doch viele Modelle können im Sommer auch zur Kühlung genutzt werden. „Unter den richtigen Voraussetzungen kann eine Wärmepumpe die Raumtemperatur spürbar senken“, erklärt Holger Glaus, Energieexperte der Verbraucherzentrale Niedersachsen. „Wer ohnehin eine Wärmepumpe plant, sollte prüfen lassen, ob eine Kühlfunktion sinnvoll und technisch umsetzbar ist.“ 

Während beim Heizen Wärme aus der Umgebung (Luft, Erdboden, Grundwasser) entzogen und an die Innenräume abgegeben wird, funktioniert das Kühlen genau umgekehrt: Die Wärmepumpe entzieht den aufgeheizten Räumen Wärme und gibt diese an die Umgebung ab. Besonders effektiv ist die Kühlung über Flächenheizungen wie Fußboden-, Decken- oder Wandheizungen, da diese Systeme eine gleichmäßige Verteilung der Kühle im Raum gewährleisten.

Nicht jede Wärmepumpe kühlt gleich

Luft-Luft-Wärmepumpen nutzen einen Kältemittelkreislauf, um Wärme aus der Raumluft zu entziehen und diese nach draußen abzuführen. Dadurch wird die Raumluft gekühlt und die Temperatur im Inneren des Raumes gesenkt. Auch Wärmepumpen, die Wasser als Wärmeträger nutzen, können zur Kühlung genutzt werden. Diese erfordern jedoch eine sorgfältige Planung und geeignete Technik, um Kondenswasser und Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden. 

Auch wird zwischen aktiver und passiver Kühlung unterschieden. Bei der aktiven Kühlung arbeitet der Verdichter der Wärmepumpe wie bei einer Klimaanlage, um Wärme aus dem Gebäude nach außen zu transportieren. Das sorgt für eine stärkere Kühlwirkung, benötigt jedoch zusätzlichen Strom. Die passive Kühlung kommt vor allem bei Erd- und Grundwasserwärmepumpen zum Einsatz. Hier wird die vergleichsweise niedrige Temperatur des Erdreichs oder Grundwassers genutzt, um Räume zu temperieren. Der Verdichter bleibt dabei weitgehend ausgeschaltet, sodass deutlich weniger Strom verbraucht wird. Allerdings ist die Kühlleistung geringer als bei der aktiven Kühlung. 

„Generell können Wärmepumpen mit der Kühlung einen zusätzlichen Nutzen bieten, sollten aber immer als Teil eines Gesamtkonzepts aus Sonnenschutz, Lüftung und energieeffizienter Gebäudetechnik betrachtet werden“, erklärt Glaus. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt von den baulichen Gegebenheiten und den individuellen Anforderungen ab. Die unabhängige Energieberatung der Verbraucherzentrale kann dabei helfen, die passende Technik auszuwählen. Die Beratung findet online, telefonisch oder in einem persönlichen Gespräch statt. Die Fachleute informieren anbieterunabhängig und individuell. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind die Beratungsangebote kostenfrei. Mehr Informationen gibt es unter verbraucherzentrale-energieberatung.de oder bundesweit kostenfrei telefonisch unter 0800 809 802 400 und in unseren Vorträgen

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